MS: Lösungsmittelexposition erhöht das Risiko um 50 Prozent

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Anonim

Eine neue Studie warnt davor, dass die Exposition gegenüber Farben, Lacken und anderen Lösungsmitteln das Risiko von Multipler Sklerose für Menschen dramatisch erhöht, die bereits ein Familienmitglied haben, das mit dieser Krankheit lebt.

Personen, die genetisch zu MS prädisponiert sind, sollten eine unnötige Exposition gegenüber Lösungsmitteln vermeiden.

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, von der angenommen wird, dass sie etwa 400.000 Menschen in den Vereinigten Staaten und 2, 1 Millionen Menschen auf der ganzen Welt betrifft.

Die wichtigsten bestätigten Risikofaktoren für die Krankheit sind Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit und Gene.

Frauen sind häufiger von MS betroffen als Männer, ebenso wie Menschen mit europäischer Abstammung und solche mit einer genetischen Veranlagung.

Während dies Faktoren sind, die außerhalb unserer Kontrolle liegen, haben einige Studien auch auf andere "veränderbare" Risikofaktoren hingewiesen, wie zum Beispiel, dass sie giftigen Substanzen ausgesetzt sind und zu viel Salz in unserer Nahrung enthalten.

Dies sind Dinge, die wir alle ändern oder vermeiden können. Neue Forschungsergebnisse ergänzen die Beweise dafür, dass die Exposition gegenüber Lösungsmitteln in der Tat ein signifikanter Risikofaktor für die Entwicklung von MS ist und dass Rauchen - ein weiterer veränderbarer Faktor - dieses Risiko erheblich verstärkt.

Dr. Anna Hedström vom Karolinska Institut in Stockholm, Schweden, ist die Hauptautorin der neuen Studie. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Neurology veröffentlicht.

Risiko durch Gene, Rauchen und Lösungsmittel

Dr. Hedström und Kollegen gingen von der Annahme aus, dass Lungenreizungen, die durch verschiedene Quellen verursacht werden, eine Immunantwort auslösen könnten, die bei Menschen, die bereits genetisch prädisponiert waren, letztendlich zu MS führen würde.

Um zu prüfen, ob dies zutrifft, untersuchten die Forscher eine Stichprobe von 2.042 schwedischen Personen, die eine MS-Diagnose erhalten hatten, und verglichen sie mit einer Kontrollstichprobe von 2.947 Personen, die auf Geschlecht und Alter abgestimmt waren.

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Bluttests zeigten, ob die Teilnehmer genetisch anfällig für die Entwicklung von MS waren - das heißt, ob sie eine sogenannte humane Leukozytenantigen-Genvariante hatten.

Außerdem wurden die Teilnehmer gefragt, ob sie rauchen oder rauchen und ob sie Farbe, Lack oder organischen Lösungsmitteln ausgesetzt waren.

Vermeiden Sie das Rauchen und die Exposition gegenüber Lösungsmitteln

Die Studie ergab, 139 Menschen mit MS und 525 MS-freie Teilnehmer in der Gruppe, die nicht die MS-Gene hatte, nicht rauchte und nicht mit Lösungsmitteln ausgesetzt war.

In der Gruppe, die Menschen mit genetischer Veranlagung zu MS und Lösungsmittelexposition hatte, aber keine Raucher hatte, entwickelten 34 MS und 19 waren MS-frei.

Und in der Gruppe, die alle drei Risikofaktoren aufwies, wurden 40 Personen mit MS diagnostiziert und fünf nicht.

Insgesamt kamen Dr. Hedström und das Team zu dem Schluss, dass MS-Gene in Kombination mit einer Lösungsmittelexposition etwa 60 Prozent des Risikos für die Entwicklung der Erkrankung ausmachten.

Insbesondere die Exposition gegenüber Lösungsmitteln führt zu einem um 50 Prozent höheren MS-Risiko im Vergleich zu Personen, die solchen Substanzen nicht ausgesetzt waren - und wenn wir die genetische Veranlagung dazu hinzufügen, wird die Wahrscheinlichkeit sieben Mal höher.

Wichtig ist, dass das Rauchen zu diesem bereits gefährlichen "Cocktail" das Risiko erhöht. Verglichen mit Menschen, die keinen der drei Risikofaktoren haben, ist bei allen dreien ein 30-fach erhöhtes Risiko, an MS zu erkranken.

"Dies sind signifikante Interaktionen, bei denen die Faktoren in der Kombination einen viel größeren Effekt haben als sie selbst", erklärt Dr. Hedström.

"Es ist mehr Forschung erforderlich, um zu verstehen, wie diese Faktoren interagieren, um dieses Risiko zu schaffen", fügt sie hinzu. "Es ist möglich, dass die Exposition gegenüber Lösungsmitteln und Rauchen sowohl Lungenentzündungen als auch Reizungen beinhalten kann, die zu einer Immunreaktion in der Lunge führen."

In einem begleitenden Editorial sagt Dr. Gabriele C. DeLuca von der University of Oxford im Vereinigten Königreich: "Wie dieser Cocktail aus MS-Genen, organischen Lösungsmitteln und Rauchen so signifikant zum MS-Risiko beiträgt, erfordert eine Untersuchung."

"In der Zwischenzeit scheint die Vermeidung von Zigarettenrauch und die unnötige Exposition gegenüber organischen Lösungsmitteln, insbesondere in Kombination, vernünftige Lebensstiländerungen zu sein, die Menschen ergreifen können, um das Risiko von MS zu reduzieren, besonders bei Menschen mit einer Familienanamnese."

Dr. Gabriele C. DeLuca